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Enstehung und Geschichte der KalenderAuch wenn es bisher keine Beweise gibt, hat der Wechsel der Tag-und-Nachtphasen, der Mondzyklen, der Jahreszeiten und auch die wechselnde Sternenkonstellation am Nachthimmel wohl schon die ersten Menschen beeinflusst und ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Die frühesten Nachweise für bewusstes Umgehen mit diesen Phänomenen liefern z. B. Stonehenge und viele andere prähistorisch errichtete Megalithenstätten. Auch die kürzlich entdeckte „Himmelscheibe von Nebra“ ist ein solches Relikt. Mit Beginn der Entwicklung der Landwirtschaft war es besonders wichtig, den Jahresverlauf und die Jahreszeiten genau zu kennen und abschätzen zu können, wann ein Feld gesät und geerntet werden musste. In diesen Zeiten war der „Kalender“ noch eng mit religiösen Handlungen verbunden. Aus dieser Zeit stammen z. B. auch die Verknüpfung verschiedener Feste mit Fixpunkten im Jahreslauf (Erntedankfest, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende etc.). Die ältesten Kalender in diesem Sinne kennt man aus frühen Hochkulturen wie Ägypten. Man unterscheidet hier schon zwischen zwei verschiedenen Kalendertypen: dem Mondkalender und dem Sonnenkalender. Die Babylonier entwickelten auch einen siebentägigen Wochenzyklus, der bis in die heutige Zeit seine Verwendung findet. Im römischen Reich unter Julius Caesar wurde der julianische Kalender entwickelt, der sich an den ägyptischen Sonnenkalender anlehnt. Dieser bestand, wie auch heute noch, aus 12 Monaten mit 30 bzw. 31 Tagen. Allerdings ist der julianische Kalender gegenüber dem reinen Sonnenkalender 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang, was zu starken Abweichungen des Sonnenverlaufs in Bezug zum Kalender führte. Auf Grund dessen führte Papst Gregor XIII. schließlich im 16. Jahrhundert den gregorianischen Kalender ein, der den julianischen Kalender mit einem verbesserten Schaltsystem ausstattete. Dieser Kalendertyp ist auch heute in den meisten Kulturen der Welt verbreitet. Bei der Berechnung der Schalttage wurde die genaue Anzahl der Tage berücksichtigt, welche die Erde braucht, um einmal um die Sonne zu wandern (365,242 Tage). So wurde alle 4 Jahre ein Schalttag eingeführt (29. Februar), um die Ungenauigkeit wieder auszugleichen. Auch im Mondkalender muss ein Schalttag eingeführt werden, da eine Monatslänge 29,531 Tage dauert. Außer dem gleichen Wortstamm haben Mondkalender und die gregorianische Monatslänge nichts mehr miteinander gemein, da ein durchschnittlicher Monat 30,437 Tage dauert. Nur die Berechnung des Ostertages beruht noch auf der Beobachtung des Mondverlaufs. Eine Sonderform ist der jüdische Kalender, der versucht, den Mondkalender mit dem Sonnenkalender zu verbinden. Hier wird ein Schaltmonat eingefügt. Die Jahreslänge variiert dadurch jedoch zwischen 353 und 384 Tagen. |
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